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In Gdańsk wurde Weltgeschichte geschrieben. Die Schüsse auf der Westerplatte am 1. September 1939 bedeuteten den Beginn des 2. Weltkriegs. An dessen Ende war das Stadtzentrum zu 90 Prozent zerstört. Die Gründung der Gewerkschaft Solidarnosc auf der Lenin-Werft läutete 1980 das Ende des Kommunismus in Mittel- und Osteuropa ein.

In der Tausendjährigen Hansestadt haben die polnischen Restauratoren ihr Meisterwerk geleistet. Sie haben praktisch das gesamte historische Zentrum nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut. Die Stadt zählt heute rund eine halbe Million Einwohner. Gdansk ist mit den Nachbarstädten Sopot/Zoppot und Gdynia/Gdingen zur so genannten Dreistadt verbunden. Dort wohnen insgesamt rund 750.000 Menschen.

Ihre wirtschaftliche Blüte erlebte die alte Hansestadt Danzig im 16. Jahrhundert. In dieser Zeit entstanden die meisten der prachtvollen Patrizierhäuser. Die schönsten Gebäude finden sich in der Rechtstadt, Glówne Miasto. Die neun Hauptstraßen des Viertels führen durch Tore zum Ufer der Mottlau. Sie werden von zahllosen kleinen Gassen geschnitten. Viele Cafés und Restaurants in dem Viertel laden nach dem Bummeln zum Verweilen ein.

Herzstück ist der Königsweg, der vom Hohen Tor, Brama Wyzynna, durch die Lange Straße und über den Langen Markt (ul. Dluga und Dlugi Targ), führt. Schönstes Gebäude am Markt ist der Artushof, im 15. Jahrhundert als Verbandshaus errichtet und kürzlich saniert. Der Neptunbrunnen vor dem Gebäude (17. Jh.) ist ein beliebter Treffpunkt. Nebenan, im Rechtstädtischen Rathaus (14. – 16. Jh.), kann in prunkvollen Sälen die Ausstellung des Historischen Museums besichtigt werden. Der 82 Meter hohe Turm bietet einen phantastischen Ausblick auf die Stadt.


Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in dem Viertel zählt die gotische Marienkirche, das größte Gotteshaus in Polen. Sie fasst mehr als 20.000 Menschen. In mühevoller Kleinarbeit wurde nicht nur die Kirche wieder aufgebaut, sondern auch die meisterhafte astronomische Uhr aus dem 15. Jahrhundert restauriert.

Das hölzerne Krantor an der Mottlau stammt aus dem Jahre 1444 und wird heute als Schifffahrtsmuseum genutzt In der Nähe fahren Passagierschiffe in Richtung Ostsee und zur Westerplatte ab, wo 1939 der 2. Weltkrieg begann. Am gegenüber liegenden Ufer befindet sich das historische Speicherviertel, das Schritt für Schritt saniert wird. Erst kürzlich öffnete dort im wieder aufgebauten Königlichen Speicher das noble Hotel Królewski. Gleich daneben wurde die neue Philharmonie der Stadt gebaut.

Nach Norden schließt sich die Altstadt an die Rechtsstadt an. Auf einer Insel im Radunski-Kanal erhebt sich das siebenstöckige Gebäude der Wielki Mlyn, der Großen Mühle. Sie wurde zur Zeit der Ordensritter um 1350 errichtet und zählte mit ihren 18 Mühlrädern zu den größten Industriebetreiben im Norden von Europa. Im Inneren entstand ein modernes Einkaufszentrum.

 

Westlich der Mühle befindet sich das Ratusz Staromiejski, das Altstädtische Rathaus. Es ersetzte im späten 16. Jahrhundert einen älteren Fachwerkbau. Das Haus im Stil der Renaissance wird heute als Kulturzentrum genutzt.

Nördlich der Altstadt erstreckt sich das riesige Areal der ehemaligen Lenin-Werft, auf der die Protestbewegung von 1980 ihren Ausgang nahm und die Gewerkschaft Solidarnosc gegründet wurde. Am Plac Solidarnosci, unweit vom Tor 2 der Werft, stehen drei monumentale Kreuze, die an die Toten des Arbeiteraufstands von 1970 erinnern. Auf dem Werftgelände befindet sich die sehenswerte Ausstellung zur Geschichte der Gewerkschaft.

Sehr beschaulich geht es im Stadtteil Wrzeszcz/Langfuhr zu. In der ul. Lelewela 13 wurde der spätere Nobelpreisträger Günter Grass geboren. Seit den 30er Jahren hat sich das Viertel nur wenig geändert und so lassen sich viele Handlungsorte aus seinem Roman „Die Blechtrommel" auch heute noch entdecken.

Der Stadtteil Brzezno/Brösen ist das Seebad von Gdansk. In der ul. Pólnocna sind noch Reste des ehemaligen Fischerdorfes erhalten. Weiter nach Nordens schließt sich der Stadtteil Jelitkowo/Glettkau an, ebenfalls ein Seebad mit mehreren Hotels und schönem Strand.

 

Das Zentrum des nordwestlich gelegenen Vorortes Oliwa wirkt wie eine Oase der Stille. Mitte des 12. Jahrhundert errichteten dort Zisterzienser ihr Kloster. Die ehemalige Klosterkirche wurde nach einem Brand um 1350 im gotischen Stil erneuert. Wertvollstes Einrichtungsstück ist die Orgel, die 1763 bis 1788 von Johann Wulf gebaut wurde. Sie besteht aus insgesamt 7876 Pfeifen und ist für ihren hervorragenden Klang weltberühmt Hier finden beinahe täglich Konzerte statt.

Südlich der Kathedrale erstrecken sich die Gebäude des ehemaligen Klosters, das 1831 aufgelöst wurde. Hier befinden sich heute die Sammlungen des Diözesanmuseums. Nahe der Kathedrale erstreckt sich der Adam-Mickiewicz-Park. Sein nördlicher Teil wurde als französischer Garten angelegt. Dort befindet sich ein Palmengarten. Der südliche Teil entstand als englischer Landschaftsgarten. Inmitten des Parks befindet sich der Palac Opacki, der alte Bischofspalast. Dort wurde ein Museum für moderne Kunst eingerichtet.

Unweit von Oliwa erstreckt sich das Gelände des Zoologischen Gartens. Er gilt als einer der schönsten in Polen.

 

Impressionen

 

Foto: Kobi